Ketogene Ernährung

Informationen zu den Fetten

Gesättigte Fettsäuren – Teil einer gesunden Ernährung

In den 1980er Jahren wurde die „Diet-Herz-Hypothese“ aufgestellt, welche eine weitreichende Akzeptanz in den medizinischen und ernährungswissenschaftlichen Communitiys fand. Die Annahme bestand darin, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen Fettkonsum und Herzkrankheiten gibt. Jedoch konnten, trotz der weitreichenden Zustimmung, keine Beweise für die Gültigkeit dieser Hypothese gefunden werden. In einem 2018 veröffentlichen Bericht, in der medizinischen US-Bibliothek Pubmed, wurde anhand von über 106 veröffentlichen Studien der derzeitige Konsensus für die Bewertung von Gesättigten Fettsäuren in der Ernährung und Medizin neu untersucht. Die Zusammenfassung der Studie ist wie folgt: „Anstatt sich auf einen einzelnen Nährstoff zu konzentrieren, würden die Qualität der Gesamternährung und der Verzicht auf verarbeitete Lebensmittel, einschließlich einfacher Kohlenhydrate, wahrscheinlich mehr zur Verbesserung der CVD (Herz-Kreislauf-Erkrankung) und der allgemeinen Gesundheit beitragen. Es liegt im besten Interesse der Öffentlichkeit, die Ernährungsrichtlinien zu klären, um anzuerkennen, dass gesättigte Fettsäuren in der Nahrung nicht der Bösewicht sind, für den wir sie einst hielten“. (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30084105

Warum man primär nicht nur Pflanzenfette zu sich nehmen sollte 

Omega 3 Fettsäuren sind ein essentieller Teil einer Ernährung. Egal ob man Veganer, oder Vegetarier ist, diese Fette dürfen in einer gesunden Ernährung nicht fehlen. Omega 3 Fettsäuren und speziell DHA (ein Teil von Omega 3 Fettsäuren) sind besonders wichtig für die kognitive Entwicklung und zur Erhaltung der Zellmembranenfunktion. 

Pflanzenfette besitzen zum Großteil Omega 6 und Omega 3 Fettsäuren, jedoch in einer Form, die der Körper nur schwer verarbeiten kann. Speziell für die Omega 3 Fettsäuren heißt die Form ALA oder auch alpha Linolensäure. Das Problem bei dem erhöhten Konsum von dieser Art ist, dass die Umwandlung von ALA in EPA und DHA nur 2 bis 10 Prozent beträgt. EPA und DHA sind die vom Körper verwendbaren Formen. 

Ein weiterer Teil der Pflanzenfette sind Omega 6 Fettsäuren. Nimmt man zu viel von diesen Fettsäuren zu sich, zeigt sich dies in schweren Entzündungserscheinungen im Körper. Der größte Teil von Omega 6 Fetten wird in Lebensmitteln wie Leinöl, Sojaöl, Rapsöl und Nüssen verzeichnet. Das Problem ist dabei das Säugetierzellen, zu denen der Mensch zugeordnet wird, nicht das nötige Enzym besitzen Omega 6 in Omega 3 umzuwandeln. Dies hat eine folgenschwere Konsequenz für den Körper, welches in dem nächsten Abschnitt beschrieben wird. 

Im Körper gibt es ein Gleichgewicht aus Omega 3 und Omega 6 Fettsäuren, welches im Laufe der Entwicklung einen drastischen Anstieg verzeichnete. In der heutigen Zeit besitzt der durchschnittliche Konsument ein Verhältnis aus den Omega 6/3 Fetten von 15/1 bis 17/1, welches eine weitere Grundlage für die Entstehung chronischer Krankheiten bietet. In der Evolution lag das Verhältnis bei 1/1 bis 4/1, welches von vielen Medizinern und Wissenschaftlern empfohlen wird. Das bedeutet, dass die Omega 6 Fette bis zu 4 mal mehr betragen können als Omega 3 Fette. Gerät dieses Gleichgewicht jedoch in starke Höhen, wie es derzeit der Fall ist, dann gelangt der Körper in einem prothrombotischen und proaggregatorischen Zustand. Das bedeutet der Körper versetzt sich in einen Thrombose-ähnlichen Zustand, wobei Blutgefäße verengt werden und das Blut dicker wird. Dies setzt einen enormen Stressor auf das Herz-Kreislauf-System. Das sind jedoch nicht die einzigen Auswirkungen. Eine detaillierte Auflistung würde jedoch den Rahmen dieses Berichtes sprengen.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass es enorm wichtig ist das Verhältnis aus Omega 6 und Omega 3 Fetten in die vergebenen Richtlinien zu leiten. Diese Auswertung soll auf keinen Fall aussagen, dass Pflanzenfette schlecht für die menschlichen Körper sind, denn ein geringer Teil der genannten Pflanzenfette wird vom Körper benötigt. Die Grundessenz liegt darin, die Menge zu reduzieren und das Verhältnis wieder herzustellen, indem sinnvolle Omega 3 Fette (DHA & EPA) der täglichen Ernährung beigesteuert werden. 

Das richtige Öl zum Braten

In den Medien und im Supermarkt werden pflanzliche Fette, wie zum Beispiel Leinöl, Sonnenblumenöl und weitere, als gesund und essentiell bezeichnet. Pflanzliche Fette werden oft als Koch- oder Bratöle ausgeschrieben, jedoch besitzen die Fette aufgrund ihrer chemischen Struktur nicht die Voraussetzung hoch erhitzt zu werden. Die ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren besitzen wesentlich mehr Angriffspunkte für freie Radikale, die durch das Erhitzen das Fett „zerstören“. Wenn Fette „zerstört“ werden, redet man von oxidierten Fetten. Eine Vielzahl an Studien zeigte den Zusammenhand zwischen Pflanzenölen und Entzündungen, die durch das hohe Konsumieren entstehen. (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6196963/, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26148920, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6179509/).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass oxidierte Pflanzenöle einer der grundlegenden Auslöser von chronischen Krankheiten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind. 

Gesättigte Fettsäuren sind durch die chemische Struktur wesentlich schwerer zu zerstören und oxidieren um ein vielfaches später. Demzufolge eignen sich diese Öle vielmehr zum Braten. Perfekt für die Ketogene Ernährung sind hierbei Butter, Ghee, Kokosöl oder Olivenöl.